| ISMST: Die Entwicklung der extrakorporalen Stosswellenbehandlung |
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Die vielversprechende Entwicklung auf einem der neuesten medizinischen Gebiete basiert auf langjähriger Erfahrung mit Stoßwellen – sehr effektiv sein bei minimalem Risiko und Nebenwirkung. 30 Jahre lang wird die extrakorporale Stoßwellenbehandlung bereits erfolgreich benutzt, um Nierensteine zu desintegrieren und aufzulösen, wobei dafür hohe mechanische Energiestufen der Stoßwelle genutzt werden. Stoßwellen können aber Weichteile durchqueren ohne sie zu schädigen. Diese zerstörten Nieren- und Blasensteine werden über den Harnweg ausgeschieden. Von der Nierensteinzertrümmerung zur Knochenbehandlung Die Möglichkeit, Knochen- und Sehnenerkrankungen mittels Stoßwelle zu behandeln, entstand aus der Beobachtung während der Therapie solcher Steine. Um diese Konkremente zu desintegrieren, mussten die Stoßwellen am Beckenknochen vorbei. Bei der Röntgenkontrolle dieser behandelten Nierensteinpatienten stellte man dann plötzlich fest, dass die Knochendichte und der Knochen im Bereich des Beckens sich nach der Behandlung verändert hatte. Dadurch war klar, dass diese Stoßwellen eine Reaktion am Knochen verursachen und dadurch war das Interesse der Orthopäden und Unfallchirurgen geweckt. Nach anfänglichen klinischen und tierexperimentellen Studien fand die extrakorporale Stoßwellentherapie weltweit Einzug in der Behandlung von verzögerter Knochenbruchheilung und von Pseudarthrosen und wurde auch eingesetzt bei Sehnenerkrankungen (Tennisellbogen, Fersensporn, Schulterverkalkungen). Alle Beobachtungen führten dazu, dass klar wurde, dass die Stoßwellen nicht nur das Wachstum von Knochengewebe fördert sondern auch eine heilende und regenerative Wirkung auf andere Gewebe hatte (Haut, Sehnen, Muskeln usw.). Stoßwellen werden nunmehr erfolgreich seit 15 Jahren in der Orthopädie angewendet Die klassischen Indikationen, die mittlerweile weltweit Anerkennung gefunden haben, sind: 1. Kalkschulter 2. Pseudarthrose (Falschgelenke und nicht heilende Knochenbrüche) 3. Fersensporn 4. Tennisellbogen (Epicondylitis) Nach intensiver Grundlagenforschung entwickelte sich die Erkenntnis, dass der regenerative und stimulierende Wirkungsmechanismus dieser Technologie auch bei anderen Indikationen eingesetzt werden kann. In den letzten Jahren wurde die Stoßwellentherapie zunehmend erfolgreich eingesetzt bei der Achillodynie, dem Patellaspitzensyndrom (jumpers knee), beim Trochanter-Schmerzsyndrom der Hüfte, beim Adduktorensyndrom und bei noch vielen anderen chronischen Sehnen- und Muskelerkrankungen. Speziell für körperlich aktive und hochprofessionelle Sportathleten bietet die ESWT eine gute Alternative zur Operation. Positive Nebenwirkungen führten zu weiteren Anwendungsgebieten der ESWT Bei der Dokumentation „positiver Nebenwirkung", wie z.B. beschleunigte Wundheilung bei offenen und infizierten Pseudarthrosen, führte die Technologie schnell zu vollständig anderen neuen medizinischen Anwendungsgebieten. Die ESWT bekommt mehr und mehr Wichtigkeit in der Behandlung von akuten und chronischen Hautverletzungen, wie z.B.: Dekubitus, chronische diabetische arterielle und venöse Ulzera, Verbrennungswunden sowie posttraumatische und postoperative Wundheilungsstörungen usw. Weiterhin zeigten sich hervorragende Ergebnisse bei der Behandlung von starken Schmerzsyndromen und Muskelfunktionsstörungen. Die Stoßwellen werden nunmehr eingesetzt bei Behandlung von chronischen Schmerzzuständen in der Skelettmuskulatur. Aktuelle Studien zeigen sogar die Erholung von peripheren Nervenverletzungen nach Stoßwellentherapie. Der Mechanismus der Stoßwellen Ursprünglich ging man von einem mechanischen Effekt der Stoßwellen aus, die nachdem sie die Weichteile ohne Verletzung durchdrungen haben im Zielgebiet sogenannte Mikroverletzungen verursachten, die dann einen Heilungsimpuls im Knochen initiierten. Mittlerweile weiß man aber, auch aufgrund von intensiver Grundlagenforschung, dass der mechanische Effekt nicht die Hauptwirkung der Stoßwellen ist. Vom mechanischen Modell zum körpereigenen „Bioengeneering" Verschiedene Arbeitsgruppen weltweit, haben mittels Grundlagenforschung nachweisen können, dass die Stoßwellen eine biologische Antwort im behandelten Gewebe hervorrufen. Im Einfluss der Stoßwellen produziert der Zellkern Gene, die verschiedene Proteine entstehen lassen und verantwortlich sind für den Heilungsprozess (sogenannte Wachstumsfaktoren). Dies verursacht eine Zunahme der Bildung neuer Blutgefäße genauso wie das Wachstum frischen Gewebes. Der Heilungsprozeß wird aktiviert durch z.B. bessere Durchblutung des Herzmuskels, Neubildung von Knochengewebe und die Heilung von Hautläsionen. Neueste Studien beweisen sogar, dass die Stoßwellen einen positiven Effekt auf die Aktivierung von körpereigenen Stammzellen haben. Sogar die Differenzierung der Stammzellen scheint durch die Stoßwellen positiv beeinflusst zu werden. Somit kann man zeigen, dass unter dem Einfluß der Stoßwellen der Körper so etwas wie „Bioengeneering", d.h. körpereigene Heilung aktiviert. Die Aktivierung der Selbstheilung – wichtig in vielen medizinischen Gebieten Für Ärzte entwickelt sich dadurch eine ungeahnte Anzahl neuer Behandlungsmöglichkeiten. Anstelle biologisch aktive Substanzen, die im Laboratorium mit hohen Kosten und hohen Risiken hergestellt werden, können Stoßwellen im menschlichen Körper direkt Substanzen freisetzen, die den Heilungsmechanismus in verschiedenen Geweben in Gang setzen. Diese neue Hypothese der mikrobiologischen Wirkung von Stoßwellen wurde in vielen tierexperimentellen Studien bestätigt und hat das Interesse vieler anderer medizinischer Fakultäten hervorgerufen. Mittlerweile wird die Stoßwelle auch erfolgreich angewendet um Durchblutungsstörungen im Herzmuskel (Herzinfarkt) zu behandeln und nicht heilende Hautwunden. |