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Der Siegeszug der Stosswelle

In den letzten 35 Jahren hat sich bei den Behandlungsoptionen der Urolithiasis enorm viel verändert. Von grossen offenen Operationen mit einer signifikant hohen Sterblichkeitsrate bis hin zu minimal- und nicht-invasiven Eingriffen haben Innovationen aus aller Welt die Optionen zur Behandlung von Steinen aller Art, Grösse und Vorkommen revolutioniert. Wie in so vielen Entwicklungsphasen unserer Geschichte war auch dieser Weg bis zum heutigen Tage lang und steinig.

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Bild einer an Nierensteinen erkrankten Niere

Die Menschheit leidet bereits seit Jahrtausenden an Steinen in Niere, Ureter und Blase. Der erste »registrierte« Stein wurde in der Niere einer ägyptischen Mumie, die auf ca. 4800 v. Chr. datiert wurde, entdeckt. Im Jahre 400 v. Chr. wurde die Lithotomie, die operative Entfernung von Steinen im menschlichen Körper, erstmals angewandt. Vorerst war sie jedoch auf die Behandlung von Blasensteinen beschränkt und wurde mittels perinealer Einschnitte durchgeführt. Hierfür wurden Messer und Haken eingesetzt, die häufiger tödliche Wunden verursachten, anstatt den Patienten zu kurieren.

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Der deutsche Kaiser Heinrich II. wurde im Jahre 1022 von einem Benediktinermönch in Monte Cassino operiert. Zwei Jahre später starb er im Alter von 51 an einer erneuten Erkrankung an Nierensteinen – Aufnahme des Grabmals von Heinrich II. im Bamberger Dom.

Diese Prozedur wurde im Laufe der Zeit kaum verändert, bis ins Jahr 1520, als Francisco de Romanis mit seinem Studenten Mariano Santo die »Marian Operation« entwickelte. Hierfür wurden Dilatatoren und ein spezielles Messer eingesetzt, um die hintere Harnröhre aufzuschneiden und zu erweitern, bis man eine Pinzette einführen und den Stein entfernen konnte. Komplikationen wie Blutungen, Inkontinenz, Fisteln und Impotenz blieben ebenso bestehen wie die hohe Sterblichkeitsrate.

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Instrumente für »Marian Operation«                                                                               Lithontripteur von Jean Civiale (1823)

Trotz vieler medizinischer Innovationen, wie dem Lithontripteur von Jean Civiale (1823), dem Zystoskop von Maximilian Nitze (1879) und der Einführung der ureteroskopischen Steinentfernung durch Howard H. Young (1912), waren leichte bis schwere Verletzungen an Perineum und Ureter bei der Operation von Nieren-, Harnleiter- und Blasensteinen an der Tagesordnung.

Ein wesentlicher Fortschritt wurde erzielt, als Harold H. Hopkins das Stablinsen-System entwickelte und in Zusammenarbeit mit KARL STORZ im Jahre 1967 das erste starre Endoskop mit Stablinsen auf den Markt brachte. Mithilfe dieser Innovation konnte das Innere eines Menschen mit verbesserter Bildqualität minimal-invasiv untersucht werden.

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Modernes KARL STORZ-Endoskop mit Stablinsen-System von Harold H. Hopkins

1953 begann Mulvaney seine Forschungen, um Steine durch Ultraschallvibration zu desintegrieren. Elektrische Energie wurde einer piezokeramischen Platte zugeführt, die auf hoher Frequenz vibrierte. Diese Vibrations-energie wurde durch eine Metallsonde an den Stein geleitet, welcher daraufhin zersprang. Die Spitze der Metallsonde wurde jedoch durch die konstante Vibration sehr heiss und konnte während der Behandlung benachbartes Gewebe verletzen.

Durch die Entwicklung des perkutanen Nephroskopes im Jahre 1980 leistete Prof. Dr. Peter Alken einen wesentlichen Beitrag zur Steinentfernung. Mit diesem Instrument war es erstmals möglich, einen minimal-invasiven Zugang zum Stein zu schaffen.

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Sonographie vor der Punktion zur PNL durch Prof. Dr. Peter Alken

Parallel zu weiteren intrakorporalen Verfahren zur Steinzertrümmerung in der Urologie, wie die elektrohydraulische Lithotripsie in den frühen 1980er und die Laser-Lithotripsie im Jahre 1983, wurde 1980 der erste extrakorporale Stosswellenlithotripter »HM1« für die klinische Anwendung vorgestellt.

Februar 1980, München:
Der erste Patient - Eine Sensation liegt in der Luft: Zum ersten Mal behandeln Ärzte am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität unter der Leitung von Prof. Dr. Christian Chaussy einen Nierenstein-Patienten mit einem extrakorporalen Stosswellenlithotripter. Die Stosswellen werden mechanisch ausserhalb des Körpers erzeugt und auf den Stein im Körper geleitet. Der Nierenstein löst sich in sandkorngrosse Fragmente auf, die auf natürlichem Weg aus dem Körper gespült werden.

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Nierensteinzertrümmerer »HM1« (1980) - © Deutsches Museum Bonn, Lithotripter, Medical instruments

Das Experiment am Münchner Klinikum gelingt. Die neue Methode der ausserhalb des Körpers erzeugten Stosswelle hat erfolgreich den Praxistest bestanden – mit Folgen. Bereits kurze Zeit nach der ersten Anwendung wird die sogenannte extrakorporale Stosswellenlithotripsie (ESWL) als Revolution gefeiert. 1984 wird bereits der tausendste Patient behandelt, bis heute sind es mehrere Millionen.

Seit damals entwickelt sich das medizinische Potential der Stosswelle kontinuierlich in unterschiedlichen Einsatzgebieten weiter. Erfolgreich werden Stosswellen heute u. a. in Urologie, Orthopädie, Dermatologie oder auch Kardiologie zur Behandlung zahlreicher Indikationen eingesetzt.

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MODULITH® SLX-F2 »connect«: Der Lithotripter der neuesten Generation von STORZ MEDICAL

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