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Geschichte der Stosswellentherapie: Pseudarthrosen

Bei der Heilung von Knochenbrüchen kann es in seltenen Fällen zu Störungen, den sogenannten Pseudarthrosen kommen. Bestimmte Knochen sind häufiger betroffen als andere, zum Beispiel die langen Röhrenknochen (Unterschenkel, Oberschenkel, Oberarm und Elle mit Speiche) oder das Kahnbein. Konventionell erfolgt die Behandlung durch einen chirurgischen Eingriff. Heute wird jedoch alternativ immer häufiger und mit grossem Erfolg die Stosswellentherapie eingesetzt; eine Erfolgsgeschichte, die Anfang der 1990er Jahre begann.

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ESWT bei einer Femur Pseudarthrose

Seit ihrer Einführung im Jahr 1980 hatte sich die extrakorporale Stosswellenlithotripsie (ESWL) bis Anfang der 1990er fest etabliert und die urologische Steintherapie revolutioniert. Aufgrund der ausserordentlich guten Erfolge in der Nierensteintherapie und bei der Behandlung nicht-urologischer intrakorporaler Konkremente lag es nahe, Stosswellen auch in anderen Bereichen einzusetzen. Dies geschah oft nach dem Prinzip »trial and error«. Einer dieser neuen Bereiche waren die Pseudarthrosen.

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ESWT bei einer Radius Pseudarthrose

Der Beginn einer Erfolgsgeschichte
Bereits 1990 wurde von Haupt et al. in einem Rattenfraktur-Modell mit einem Experimental-Lithotripter das osteogenetische Potential der Stosswellen entdeckt. Anhand der radiologischen, histologischen und biochemischen Ergebnisse konnte eine Stimulation der Frakturheilung durch Stosswellen gezeigt werden. Parallel dazu berichtete Valchanov et al. (Sofia, Bulgarien) 1991 über die ersten Stosswellenbehandlungen von Pseudarthrosen. 1992 an der Ruhr-Universität Bochum, Deutschland durchgeführte Versuche an der Ratte deuteten darauf hin, dass die ESWT eine sehr wirksame Behandlungsmethode bei Pseudarthrosen ist. Im gleichen Jahr berichteten R. Schleberger und T. Senge (Bochum) auch über die Behandlung von vier Patienten: Infolge einer ESWT Behandlung kam es bei drei Patienten innerhalb von sechs Wochen zur Kallusbildung.

In der Folge wurden an der Ruhr-Universität Bochum weitere Patienten behandelt. In einer retrospektiven Untersuchung werteten G. Haupt und P. Katzmeier (Bochum) die Behandlungsergebnisse von 30 Patienten mit Pseudarthrosen aus. Bei 22 Patienten wurde nach einmaliger Behandlung eine im Röntgenbild erkennbare Konsolidierung des Knochens erreicht. Seitdem haben zahlreiche weitere Studien die Wirksamkeit der extrakorporalen Stosswellentherapie bei der Behandlung von Pseudarthrosen nachgewiesen.

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Humeruskopffraktur vor ESWT (links), Humeruskopffraktur nach ESWT (Mitte), Humeruskopffraktur nach ESWT u. Implantatentfernung (rechts) – Dr. Frank Bätje, Hannover DE

Weltweit erfolgreich
Heute wird die extrakorporale Stosswellentherapie weltweit erfolgreich bei der Be-handlung von nicht heilenden Knochenbrüchen eingesetzt. Führende Wissenschaftler und Forscher empfehlen die Methode als Therapieoption zur Behandlung von nicht heilenden Frakturen der langen Röhren-knochen. Aktuelle, in renommierten wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlichte Studien (Cacchio et al. 2009; Furia et al. 2010) zeigen, dass die Stosswellentherapie praktisch komplikationsfrei und für den Patienten wenig belastend ist.

Auf einen Blick

  • 1992: Erste Nachweise für Wirksamkeit der ESWT bei Pseudarthrosen an Tieren und am Mensch.
  • Heute: ESWT wird weltweit erfolgreich bei der Behandlung von nicht heilenden Knochenbrüchen eingesetzt.
  • Wirksamkeit in zahlreichen Studien belegt
  • Praktisch komplikationsfrei und wenig belastend für den Patienten
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