Erfolgreicher Einsatz des MODULITH® SLC im Inselspital Bern

Interview mit dem CSWT-Experten PD Dr. Jean-Paul Schmid

 

Sehr geehrter Herr Dr. Schmid, seit 2006 setzt Ihre Klinik erfolgreich auf die Stosswelle in der Kardiologie zur Behandlung der therapierefraktären Angina pectoris. Sie persönlich arbeiten seit 8 Jahren mit dem innovativen MODULITH® SLC, welcher heute in einer Vielzahl namhafter klinischer Zentren sehr erfolgreich zur nicht-invasiven Revaskularisierung des Herzens eingesetzt wird.

Wie sind Ihre klinischen Erfahrungen mit der Stosswellentherapie am Herzen (CSWT)?

Dr. Schmid: Wir haben sehr gute Erfahrungen mit der CSWT gemacht. Darauf baut meine persönliche Überzeugung, dass die Methode erfolgreich wirkt, und ich kann dem Patienten vor Behandlungsbeginn eine hohe Erfolgswahrscheinlichkeit in Aussicht stellen. Ein wesentlicher Erfahrungswert ist, dass die richtige Patientenselektion ein zentraler Erfolgsfaktor ist. Es muss sichergestellt werden, dass die Beschwerden durch eine Minderdurchblutung und nicht durch eine andere, nicht-ischämisch begründete Ursache ausgelöst werden. Diese Abklärung erfolgt durch einen Belastungstest oder durch ein bildgebendes Verfahren, das uns zugleich auch die zu behandelnde Myokardregion zeigt.

Wie funktioniert die CSWT?

Dr. Schmid: Zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass die lokale Durchblutung durch Verbesserung der Mikrozirkulation zunimmt. Dies wurde sowohl mit bildgebenden Verfahren, als auch mit Grundlagenuntersuchungen gezeigt. Vaskuläre Wachstumsfaktoren werden vermehrt exprimiert und die Kapillardichte nimmt zu.

Wie haben sich die Indikationen entwickelt, von den Anfängen (mit vorwiegend »no-option Patienten«) bis heute? Bei welchen Indikationen ist die CSWT heute im Einsatz?

Dr. Schmid: Der klassische CSWT-Patient hatte eine invasive Abklärung und wird ein Kandidat für die CSWT, entweder weil er erneute Beschwerden hat oder weil man ihm invasiv nicht mehr helfen kann. Jeder Patient mit einer stabilen Angina pectoris ist ein Kandidat für die CSWT.

Wie kommt die Therapie bei den Patienten an?

Dr. Schmid: Wir haben mit einer Erfolgsquote von über 80 Prozent der Patienten, die auf die CSWT-Behandlung positiv ansprechen, eine sehr hohe Responderrate. Der Wirkungseintritt erfolgt zwischen 8 und 16 Wochen ab Behandlungsbeginn und die Effektzeitdauer ist mindestens ein Jahr. Wenn wieder Beschwerden auftreten, hat man die Möglichkeit, mit einer weiteren Behandlung die Beschwerden erneut anzugehen.

Wie sieht das Behandlungsprotokoll aus, wie oft wird der Patient behandelt?

Dr. Schmid: Unser Behandlungsprotokoll sieht zuerst drei Behandlungen à 2400 Schuss innerhalb einer Woche vor. Dann werden jeweils drei Behandlungen innerhalb einer Woche monatlich wiederholt, bis insgesamt 9 Behandlungen erfolgt sind. Das ist ein Protokoll, das sich bei uns in der Praxis bewährt hat.

Wenn Sie die neueren Ergebnisse betrachten, bezüglich der Arrhythmie, oder bei Anwendung bei Herzversagen, wie würden Sie diese neuen Anwendungen für die Zukunft einschätzen?

Dr. Schmid: Es besteht ein grosses Potential in der Anwendung der CSWT bei Patienten mit chronischer ischämischer Herzkrankheit mit Symptomen der Herzinsuffizienz. Allerdings müssen wir hier noch mehr Daten haben, welche uns definitive Rückschlüsse erlauben würden.

Herr Dr. Schmid, ein spontaner Satz, der Ihnen zur CSWT einfällt, wenn Sie es auf einen Satz kondensieren müssten?

Dr. Schmid: Die CSWT ist eine sehr einfach durchzuführende nicht-invasive Methode, die bei Patienten mit chronischer Angina pectoris mit einer hohen Wahrscheinlichkeit zu einer signifikanten Verbesserung der Symptomatik führt.

Herr Dr. Schmid, wir danken Ihnen für dieses Interview!

 

Dr. Schmid  

 

PD Dr. Jean-Paul Schmid

Oberarzt – Kardiovaskuläre Prävention und Rehabilitation,
Universitätsklinik, Inselspital Bern

www.kardiologie.insel.ch

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