Extrakorporale Stosswellentherapie in der Veterinärmedizin - Ein Überblick

Entwicklung

Am 8. Februar 1980 fand die erste erfolgreiche Desintegration eines Nierensteines in München, Bayern statt. Zu dieser Zeit wurde der Meilenstein einer der erfolgreichsten nicht-invasiven Therapieformen gesetzt. Mitte der 1990er-Jahre wurde die extrakorporale Stosswellentherapie (ESWT) erstmals in der Schmerztherapie verwendet. Zum Einsatz kamen adaptierte urologische Lithotriptoren, die sich aufgrund ihrer Bauform und der enormen Investitionskosten jedoch nicht im Praxisalltag etablieren konnten. Im Jahr 1999 begann der Siegeszug der radialen Stosswelle in der orthopädischen Schmerztherapie. Erstmals standen kompakte und preisgünstige Systeme für die orthopädische Praxis zur Verfügung.

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Technologien

Die Stosswellentherapie gehört heute zum Standard in der Schmerztherapie, nicht nur für Menschen, sondern auch für Pferde und Kleintiere. Es werden radiale, fokussierte und kombinierte Geräte angeboten. Fokussierte Geräte generieren Stosswellen mittels elektrohydraulischer, elektromagnetischer oder piezoelektrischer Verfahren. Sie werden idealerweise bei tieferliegenden Indikationen eingesetzt. Druckwellen – auch radiale Stosswellen genannt – hingegen werden nach dem pneumatischen Prinzip erzeugt und kommen bei oberflächennahen Indikationen zur Anwendung. Aufgrund der einfachen, nebenwirkungsfreien Handhabung sowie ständiger Technologieadaptionen werden heute in der orthopädischen Schmerztherapie hauptsächlich die radialen Stosswellengeräte genutzt. Durch weiterentwickelte Materialien der verschiedenen Applikatoren konnte man nach und nach das Behandlungsspektrum erweitern, wie auch den Behandlungskomfort der menschlichen und tierischen Patienten. Radial kann je nach Wahl des Applikators eine Tiefenwirkung von bis zu 60 mm erreicht werden.

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Wirkung

Bei der Behandlung mit Stosswellen konnte eine antibakterielle und anti-inflammatorische Wirkung beobachtet werden. Des Weiteren wurden Wachstumsfaktoren in Gefässen, Knochen und Bindegewebe nachgewiesen. Neben der unmittelbaren analgesierenden Wirkung während der Therapie zeigen sich vor allem langfristige Ergebnisse. Grundsätzlich kann festgestellt werden, dass die angestossenen biologischen Effekte im Körper zeitversetzt und nachhaltig wirken. Pferde und Kleintiere haben jedoch ein unterschiedliches Schmerzempfinden und reagieren differenziert auf die Stosswellenbehandlung. Wichtige Bestandteile einer erfolgreichen Behandlung sind sicherlich die korrekte diagnostische Beurteilung sowie die zugehörige Differentialdiagnostik. Auch in der Pferdephysiotherapie spielen radiale Stosswellen zur Behandlung muskulärer Dysbalancen, Sehnenproblematiken und chronischer Fesselträgerentzündungen eine immer grössere Rolle.

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Bewiesene Ergebnisse

Die Stosswellentherapie war einst eine heiss diskutierte Behandlungsoption. Nun gibt es bereits Dutzende von Fallstudien, die die Wirksamkeit der Stosswellen beweisen. Darüber hinaus sind die Geräte und Ausrüstung durch technologische Innovationen in der Lage effizienter und mit minimalem oder sogar ohne Diskomfort für das Pferd und Kleintier Stosswellen zu applizieren. Einige Modelle, wie der DUOLITH® VET können sowohl radiale als auch fokussierte Stosswellen generieren.

Indikationen für Pferde

  • Insertionale Desmopathie
  • Tendinopathie mit und ohne Verkalkung
  • Myopathien
  • Arthrosen
  • Podotrochlose-Syndrom
  • Triggerpunkte
  • Muskelkater
  • Ringbone – chronische Gelenkerkrankung
  • Kissing spines – küssende Dornfortsätze
  • Sakroiliakgelenkschmerzen
  • Tiefe Fersenschmerzen

Indikationen für Kleintiere, insbesondere Hunde

  • Tendinopathie
  • Hüft und Ellbogen Dysplasie
  • Coxarthrose
  • Cubarthrose
  • Schmerzhaftes Narbengewebe
  • Chronische Rückenschmerzen

Vorteile und Leistungen

  • Bietet eine schnelle Schmerzreduktion
  • Beschleunigt den Heilungsprozess in den betroffenen Gebieten und senkt die Heilungsdauer
  • Keine Nebenwirkungen
  • Erfordert keine Sedierung, Medikamente oder Anästhesie
  • Tragbar, bringt die Therapie zum Pferd
  • Ist sehr kostengünstig im Vergleich zu anderen Behandlungen
  • Erfordert normalerweise nicht mehr als 3 – 5 Sitzungen

 

 

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Tuesday, 22 August 2017
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