Wenn Sie unter dem chronischen Beckenschmerzsyndrom (CPPS) leiden, sind Sie kein Ausnahmefall – bis zu 15,7% der Frauen weltweit sind davon betroffen. Es gibt jedoch gute Nachrichten: Es stehen wirksame therapeutische Möglichkeiten zur Verfügung.
Eine moderne und fortschrittliche Behandlungsmethode für Beckenschmerzen ist die Extrakorporale Stosswellentherapie (ESWT). Oftmals ist hiermit bereits nach wenigen Wochen eine deutliche Schmerzlinderung zu verzeichnen.
Chronisches Beckenschmerzsyndrom
Das chronische Beckenschmerzsyndrom (CPPS) wird mittlerweile auch bei Frauen als eine relativ häufige Erkrankung anerkannt und umfasst verschiedene Krankheitsbilder. Unter diesen ist Vulvodynie die am häufigsten auftretende Form, die chronische Schmerzen oder Reizungen im vaginalen Bereich verursacht. Ein weiteres Krankheitsbild ist die Dyspareunie, bei der Schmerzen im Genitalbereich während oder nach dem Geschlechtsverkehr auftreten, sodass vaginale Penetration teilweise oder gar nicht möglich ist. CPPS und die damit verbundenen Symptome beeinträchtigen die Lebensqualität betroffener Frauen und ihrer Partner erheblich.
Ursachen und Therapie
CPPS kann durch Beckenentzündungen, nach Beckenoperationen oder durch andere Ursachen ausgelöst werden. Vulvodynie tritt bei Frauen oft als Funktionsstörung auf, bei der keine klare Ursache festgestellt werden kann.
Die gängige Behandlungsmethode besteht primär aus einer medikamentösen Schmerzlinderung. Zusätzlich kann Physiotherapie unterstützend wirken. Sollten konservative Massnahmen nicht ausreichend sein, kann in einzelnen Fällen sogar eine Operation erwogen werden. Eine nicht-invasive Alternative stellt die Extrakorporale Stosswellentherapie (ESWT) dar. Sie ermöglicht es, laufende Behandlungen wie die Physiotherapie zu ergänzen.
Stosswellentherapie bei CPPS
Bei der Stosswellentherapie erhalten CPPS-Patientinnen eine gezielte Behandlung, die den gesamten Vulva- und Perineumbereich abdeckt, wie in der unteren Abbildung gezeigt. Nach der ESWT berichten Vulvodynie-Patientinnen von einer bedeutenden Schmerzlinderung.1 Ebenso wird bei Dyspareunie-Patientinnen eine signifikante Verringerung der Schmerzen beim Geschlechtsverkehr festgestellt.2 Studien zeigen, dass eine Linderung der Schmerzen bei CPPS-Patientinnen die Lebensqualität bedeutend verbessern kann.3,4

Die Sitzungen finden im wöchentlichen Abstand statt, wobei jede Sitzung in der Regel etwa 15 Minuten dauert. Im Durchschnitt sind je nach Schweregrad etwa vier Sitzungen erforderlich.
Effekt
Die durch ESWT ausgelöste Überstimulation der Schmerzrezeptoren kann die Schmerzübertragung blockieren, was entscheidend zur Behandlung von CPPS beiträgt. Nach der ESWT berichten die Frauen von einer deutlichen Schmerzreduktion im Alltag und während des Geschlechtsverkehrs.
Quellen
1 Hurt K, et al.: Eur J Phys Rehabil Med, 56(2), 2020.
2 Hurt K, et al.: Ann Phys Rehabil Med, 64(6), 2021.
3 Agarwal SK, et al.: J Sex Med, 17(12), 2020.
4 Yucel N, et al.: Aust N Z J Obstet Gynaecol, 58(5), 2018.