Wenn Sie an einem Nieren-, Harnleiter- oder Blasenstein leiden, sind Sie kein Ausnahmefall. Die gute Nachricht ist, dass Ihnen heute wirksame Behandlungsmethoden zur Verfügung stehen.
Eine bewährte Methode zur Behandlung ist die Extrakorporale Stosswellenlithotripsie (ESWL). Hierfür werden Stosswellen von aussen auf den Stein appliziert, um ihn in sandartige Bruchstücke zu zerkleinern. Diese werden auf natürlichem Weg mit dem Urin ausgeschieden.
Was sind Harnsteine und wie entstehen sie?
Eines der weltweit häufigsten urologischen Krankheitsbilder sind Harnsteinleiden. Die Hauptursachen hierfür liegen unter anderem an den heutigen Lebens- und Ernährungsgewohnheiten wie Bewegungsmangel, Übergewicht oder zu geringe Flüssigkeitszufuhr.
Harnsteine sind kristalline Ablagerungen, die sich absondern und in die Harnwege gelangen können. Je nachdem, wo der Stein sich befindet, spricht man von einem Nieren-, Harnleiter- oder Blasenstein.
Kleinere Steine machen sich oft kaum bemerkbar und werden mit dem Urin ausgeschieden. Werden die Steine zu gross, können sie beispielsweise den Nierenbeckenabgang oder Harnleiter verschliessen, was zu extrem starken, krampfartigen Schmerzen, der sogenannten Nierenkolik, führt.
Wie läuft eine ESWL ab?
Um den Stein in den Fokus des Nierensteinzertrümmerers zu bringen, muss dieser mit Hilfe von Röntgen oder Ultraschall lokalisiert werden. Der Patient liegt dabei auf einem Behandlungstisch und erhält je nach Bedarf ein Schmerzmittel. Damit die Stosswellen optimal in den Körper geleitet werden können, wird ein Gel oder Wasser zwischen Patient und Stosswellenquelle aufgetragen.
In der Regel dauert eine ESWL-Behandlung circa 30 bis 60 Minuten, in welcher der Arzt die Stärke der Stosswellen nach Bedarf anpasst. Die sandartigen Bruchstücke können anschliessend problemlos über den Urin ausgeschieden werden. Häufig ist nur eine Behandlung erforderlich.
Vorteile der ESWL
- Nicht-invasiv
Die Haut wird bei der Behandlung nicht verletzt. - Ambulant
Der Patient kann meistens nach einigen Stunden wieder nach Hause gehen. - Kaum Beschwerden nach der Therapie
Nach dem Eingriff hat der Patient weniger Nebenwirkungen im Vergleich zu invasiven Eingriffen.1 - Keine Narkose notwendig
Die Behandlung kann ohne Narkose erfolgen. - Therapie der Wahl bei Kindern
Das Verfahren kann strahlungsfrei durchgeführt werden und weist hohe Behandlungserfolge auf.2
Mögliche Nebenwirkungen einer ESWL2
Im Folgenden sind einige mögliche Nebenwirkungen aufgeführt: Fieber, Infektionen, leichtes Unwohlsein oder Blutergüsse im Behandlungsbereich. Hämatome, die einen aktiven Eingriff erfordern, sind selten (< 1 %).
Tipps zur Nachsorge bei Harnsteinen
- Trinken Sie in den Wochen nach der ESWL viel Wasser. Das erleichtert den Abgang der Steinfragmente.
- Auch jede Art der Bewegung, wie beispielsweise Treppensteigen oder Hüpfen stellt ein Mittel dar, diesen Prozess zu begünstigen.
- Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Ursache der Steinbildung, da eine erhöhte Wahrscheinlichkeit besteht, dass bei Ihnen erneut Steine entstehen.
Quellen
1Hamamoto, S. (2018). Determinants of health-related quality of life for patients after urinary lithotripsy: ureteroscopic vs. shock wave lithotripsy. Urolithiasis, 46(2):203-210.
2European Association of Urology (2023): EAU-Guidelines-on-Urolithiasis-2023