Fokussierte Stosswellen sind kurze, energiereiche Druckimpulse. Es handelt sich um mechanische Schallwellen, die sich im Körper ausbreiten können. In der Urologie werden sie gezielt eingesetzt, um bestimmte Effekte im Gewebe zu erzielen – beispielsweise zur Behandlung von Nierensteinen oder zur Unterstützung funktioneller Therapieansätze.
Wie wirken fokussierte Stosswellen?
Bei der fokussierten Stosswelle wird die Energie ausserhalb des Körpers erzeugt und in einem genau definierten Punkt im Körper gebündelt, dem sogenannten Fokus. An diesem Punkt entfaltet die Stosswelle ihre höchste Energie.
Je nach eingesetzter Energiedosierung können fokussierte Stosswellen:
- Nierensteine in kleine Fragmente zerlegen (ESWL)
- die Durchblutung verbessern
- regenerative Prozesse im Gewebe stimulieren
- Schmerzen positiv beeinflussen
Der entscheidende Vorteil liegt darin, dass die Energie gezielt am Behandlungsort wirkt, während das umliegende Gewebe geschont wird.
Behandlung von Nierensteinen (ESWL)
Bei der Behandlung von Nierensteinen werden hochenergetische, fokussierte Stosswellen präzise auf den Stein ausgerichtet. Durch die gebündelte Energie zerfällt der Stein in kleine Fragmente, die anschliessend auf natürlichem Weg über die Harnwege ausgeschieden werden können.
Dieses Verfahren wird als Extrakorporale Stosswellenlithotripsie (ESWL) bezeichnet und ist seit vielen Jahren eine etablierte, nicht-invasive Methode der Nierensteintherapie.
Einsatz bei funktionellen und schmerzhaften Erkrankungen (ESWT)
Mit niedrigerer Energiedosierung werden fokussierte Stosswellen auch zur Behandlung funktioneller urologischer Erkrankungen eingesetzt, beispielsweise bei:
- Erektiler Dysfunktion (ED)
- Chronischem Beckenschmerzsyndrom (CPPS) bei Männern und Frauen
- Induratio penis plastica (IPP)
Hier können die Stosswellen die Durchblutung fördern, regenerative Prozesse unterstützen und Schmerzmechanismen beeinflussen.
Sicherheit und Verträglichkeit
Die fokussierte Stosswelle ist ein bewährtes medizinisches Verfahren. Vor der Behandlung erfolgt eine ärztliche Untersuchung, um die geeignete Therapieform festzulegen.