Extrakorporale Magnetotransduktions-Therapie (EMTT): Moderne Therapieoption bei muskuloskelettalen Beschwerden

Extrakorporale Magnetotransduktions-Therapie (EMTT): Moderne Therapieoption bei muskuloskelettalen Beschwerden

Hochenergetische Magnetimpulse zur Behandlung von Schmerzen, Verletzungen und Degeneration

Muskuloskelettale Erkrankungen sind weltweit die häufigste Schmerzursache. Die Extrakorporale Magnetotransduktions-Therapie (EMTT) eröffnet Ärzten und Patienten eine moderne Therapieoption, die auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert. Erfahren Sie, was die EMTT auszeichnet – von der Wirkweise bis zum hohen Patientenkomfort.

Was ist die Extrakorporale Magnetotransduktions-Therapie?

Die EMTT ist ein nicht-invasives Therapieverfahren, das speziell für die Behandlung von (chronischen) muskuloskelettalen Erkrankungen entwickelt wurde. Dieser Sammelbegriff umfasst eine Vielzahl von Erkrankungen und Beschwerden, die den Bewegungsapparat betreffen, also Muskeln, Knochen, Gelenke, Sehnen und Bänder. Seit ihrer Einführung wird die EMTT als gut verträgliche Behandlungsmethode eingesetzt und gewinnt zunehmend an Bedeutung. Zur EMTT liegen klinische Studien vor, die ihre Anwendung in unterschiedlichen Indikationen untersuchen.1,2,3,4,5

Die EMTT wird im Bereich muskuloskelettaler Beschwerden eingesetzt, beispielsweise bei:

Degenerativen Veränderungen: z. B. Gelenkbeschwerden im Zusammenhang mit Verschleisserscheinungen
Schmerzbezogene Beschwerden: z. B. Rückenbeschwerden oder muskuläre Verspannungen
Überlastungs- und sportassoziierte Beschwerden: z. B. Sehnenreizungen oder belastungsbedingte Beschwerden

Grundlage des EMTT-Wirkprinzips: Hochenergetische Magnetimpulse

Die EMTT basiert auf der gezielten Anwendung hochfrequenter Magnetfelder (100-300 kHz). Im Rahmen der Therapie werden schmerzende Körperareale mit hochenergetischen Magnetpulsen behandelt, deren Feldstärke im therapeutisch wirksamen Bereich – ab 10 mT (Millitesla) – liegt. Die erzeugte Energie wird über ein Handstück übertragen. Durch die kurze Dauer der einzelnen Pulse findet keine Temperaturerhöhung im Gewebe statt.

Von anderen allgemeinen Formen der Magnetfeldtherapie oder PEMF (gepulste elektromagnetische Felder) unterscheidet sich die EMTT durch ihre deutlich höhere Oszillationsfrequenz und Magnetfeldstärke, woraus eine starke »effektive Transduktionsleistung« resultiert. Es ist davon auszugehen, dass die bioelektrische Aktivität im Organismus umso ausgeprägter ist, je schneller das Magnetfeld pulsiert bzw. je höher die effektive Transduktionsleistung ist. Aufgrund ihrer Eigenschaften ermöglicht die EMTT eine grosse Eindringtiefe in das Gewebe von bis zu 18 cm. Dies erlaubt die Behandlung tiefliegender Strukturen und erweitert die klinischen Einsatzmöglichkeiten.

Behandlungsablauf: Was macht die EMTT für Patienten so komfortabel?

Die Behandlung mit einem modernen EMTT-Therapiesystem erfordert wenig Aufwand und ist für Patienten komfortabel, da die Anwendung ohne direkten Hautkontakt und ohne Entkleiden erfolgen kann. Das Handstück wird direkt über der jeweiligen Schmerzzone (z. B. unterer Rücken, Knie, Schulter) positioniert, und die hochenergetischen Magnetimpulse werden auf den Körper übertragen.

Die EMTT-Behandlung erfolgt mit einer Frequenz von bis zu 10 Pulsen/s. In Abhängigkeit von Indikation und Frequenz dauert eine einzelne Sitzung zwischen 5–20 Minuten. Je nach Schweregrad und Ansprechen auf die Therapie werden über einen Zeitraum von mehreren Wochen bis zu 8 Sitzungen durchgeführt.

Einordnung und Potenzial der EMTT

Die Extrakorporale Magnetotransduktions-Therapie bietet eine nicht-invasive, gut verträgliche Behandlungsmöglichkeit für Patienten mit (chronischen) muskuloskelettalen Beschwerden. Ihre physikalischen Eigenschaften unterscheiden sie von herkömmlichen Magnetfeldtherapien und erweitern das therapeutische Spektrum.

EMTT auf einen Blick:

  • Nicht-invasive, ambulante Therapie auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse
  • Breiter therapeutischer Anwendungsbereich
  • Hoher Patientenkomfort, da keine Entkleidung erforderlich
  • Kurze Behandlungszeit
  • Gut in den Praxisalltag integrierbar

 

1 Krath A, Klüter T, Stukenberg M, et al. Electromagnetic transduction therapy in non-specific low back pain: A prospective randomised controlled trial. J Orthop. 2017;14(3):410-415. Published 2017 Jun 29. doi:10.1016/j.jor.2017.06.016
2 Klüter T, Krath A, Stukenberg M, et al. Electromagnetic transduction therapy and shockwave therapy in 86 patients with rotator cuff tendinopathy: A prospective randomized controlled trial. Electromagn Biol Med. 2018;37(4):175-183. doi:10.1080/15368378.2018.1499030
3 Klüter T, Ringeisen M, Krath A, Al Muderis M, Mittermayr R. Electromagnetic Transduction Therapy in Patients with Chronic Aseptic Osteitis Pubis. J. Orthop. Ther. JORT. 2018;10:2575–8241. doi: 10.29011/2575-8241.001113.
4 Gerdesmeyer L, Saxena A, Klueter T, Harrasser N, Fullem B, Krath A. Electromagnetic Transduction Therapy for Achilles Tendinopathy: A Preliminary Report on a New Technology. J Foot Ankle Surg. 2017;56(5):964-967. doi:10.1053/j.jfas.2017.06.014
5 Gerdesmeyer L, Knobloch K, Gollwitzer H, Ringeisen M. Prospective double-blinded placebo-controlled trial of high energetic magneto transduction therapy in shoulder joint enthesiopathies. Sports Orthopaedics and Traumatology. 2023 Jun;39(2):212. doi: https://doi.org/10.1016/j.orthtr.2023.03.045.

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