Extrakorporalen Magnetotransduktions-Therapie (EMTT) in der Orthopädie: Einsatzmöglichkeiten bei Erkrankungen des Bewegungsapparats

Extrakorporalen Magnetotransduktions-Therapie (EMTT) in der Orthopädie: Einsatzmöglichkeiten bei Erkrankungen des Bewegungsapparats

Arthrose, Rückenschmerzen oder Sehnenbeschwerden: Muskuloskelettale Erkrankungen können die Lebensqualität erheblich einschränken. Mit der Extrakorporalen Magnetotransduktions-Therapie (EMTT) steht eine moderne, nicht-invasive Behandlungsoption zur Verfügung, die bei verschiedenen muskuloskelettalen Beschwerden eingesetzt wird.

Erfahren Sie hier, bei welchen orthopädischen Indikationen die EMTT verwendet wird, welche biologischen Prozesse dabei eine Rolle spielen und warum die Therapie insbesondere bei chronischen muskuloskelettalen Beschwerden zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Anwendungsgebiete der EMTT bei muskuloskelettalen Erkrankungen

Muskuloskelettale Erkrankungen umfassen ein breites Spektrum an gesundheitlichen Problemen, die den Bewegungsapparat betreffen, von Muskeln, Knochen und Gelenken bis hin zu Sehnen, Bändern, Knorpeln und Bandscheiben. Sie gehören weltweit zu den häufigsten Ursachen chronischer Schmerzen.

Die EMTT wurde zur Behandlung genau dieser Beschwerden entwickelt und wird als nicht-invasive, gut verträgliche Therapieoption eingesetzt. Zu den typischen Anwendungsgebieten der EMTT zählen:

  • Degenerative Gelenkerkrankungen: Verschleisserscheinungen, z. B. Arthrose (Knie, Hüfte, Hände, Schulter, Ellenbogen), Bandscheibenvorfälle, Spondylarthrose
  • Schmerztherapie: Chronische und akute Schmerzen, z. B. Rückenschmerzen, Lumbalgie, muskuläre Verspannungen, Radikulopathien, Fersenschmerzen
  • Sportverletzungen: (Chronische) Entzündungen an Sehnen und Gelenken, Sehnenüberlastungssyndrome, Osteitis pubis

EMTT im Rahmen kombinierter Therapiekonzepte

In der orthopädischen Praxis wird die EMTT häufig als ergänzende Therapieoption innerhalb kombinierter Behandlungskonzepte eingesetzt. Sie kann beispielsweise mit physiotherapeutischen Massnahmen, Extrakorporalen Stosswellentherapie (ESWT) oder Bewegungstherapie kombiniert werden, um konservative Behandlungsansätze bei chronischen Beschwerden zu unterstützen.

Wie ist der Wirkmechanismus der EMTT und ihre biologischen Effekte?

Bei der EMTT werden schmerzende Körperzonen mit hochenergetischen Magnetimpulsen behandelt. Die eingesetzten Feldstärken liegen hier im therapeutisch relevanten Bereich (≥ 10 mT). Durch ihre individuelle Kombination aus hoher Schwingungsfrequenz, Magnetfeldstärke und Eindringtiefe (bis zu 18 cm) unterscheidet sich die EMTT deutlich von klassischen Magnetfeldtherapien oder gepulsten elektromagnetischen Feldern (PEMF).

Die Funktionsweise der EMTT lässt sich vereinfacht so erklären: Während der Behandlung fliesst Strom kreisförmig durch die Spule des EMTT-Handstücks, wodurch ein Magnetfeld um die Spule erzeugt wird. Dieses Magnetfeld induziert wiederum elektrischen Strom im Körpergewebe.

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Elektromagnetische Stimulation

Gut zu wissen: Die therapeutische Wirkung basiert nicht auf dem Magnetfeld selbst, sondern auf den dadurch ausgelösten elektrischen Reizen im Gewebe. Die ins Gewebe eingebrachte elektrische Energie kann zwei zentrale Phänomene auslösen: Piezoelektrizität und Elektroporation. Diese Phänomene werden mit entzündungshemmenden und zellstimulierenden Effekten in Verbindung gebracht.

Piezoelektrizität: Kollagenreiche Strukturen wie Knochen, Muskeln, Sehnen und Bänder können bei mechanischer Belastung elektrische Spannungen erzeugen. Diese beeinflussen Zellmembran und Ionenkanäle und stehen mit Prozessen in Verbindung, die Entzündung, Muskelspannung und Durchblutung betreffen können. Insgesamt werden diese Vorgänge mit einer möglichen Schmerzlinderung in Zusammenhang gebracht.

Elektroporation: Bei der Elektroporation verändert sich die Durchlässigkeit der Zellmembran kurzfristig. Dadurch kann der Austausch bestimmter Moleküle erleichtert werden. Dieser Effekt wird mit biologischen Prozessen in Verbindung gebracht, die entzündungsregulierende Mechanismen unterstützen können.

Mehr über die biologischen Grundlagen und den Wirkmechanismus der EMTT erfahren Sie hier.

Therapeutische Einordnung der EMTT

Die EMTT stellt eine nicht-invasive Ergänzung des konservativen Behandlungsspektrums bei Erkrankungen des Bewegungsapparats dar. Aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaften kann sie auch tieferliegende Gewebestrukturen erreichen und in kombinierte Behandlungskonzepte bei chronischen Beschwerden eingebunden werden.

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