Extrakorporale Magnetotransduktions-Therapie (EMTT): Nicht-invasive Behandlungsoption bei chronischen Schmerzen

Extrakorporale Magnetotransduktions-Therapie (EMTT): Nicht-invasive Behandlungsoption bei chronischen Schmerzen

Treppensteigen, Einkaufen, eine Nacht durchschlafen – für viele Menschen mit Knie-, Schulter- oder Rückenschmerzen sind diese einfachen Dinge mit Beschwerden verbunden. Chronische Beschwerden des Bewegungsapparates gehören zu den häufigsten Ursachen für Einschränkungen im Alltag und eine verminderte Lebensqualität. Oft wurden bereits verschiedene Medikamente, Injektionen oder physiotherapeutische Massnahmen ausprobiert, ohne dass eine ausreichende Linderung erreicht wurde.

Eine moderne, nicht-invasive Behandlungsmethode, die zusätzlich zur Verfügung steht, ist die Extrakorporale Magnetotransduktions-Therapie (EMTT). In einer kontrollierten klinischen Untersuchung aus Deutschland haben Hollander et al.¹ geprüft, wie gut EMTT bei typischen chronischen Beschwerden am Bewegungsapparat wirkt.

Wie gut wirkt EMTT laut Studie? 

Die Studie wurde in Deutschland mit 126 Patienten durchgeführt. Nach einer einwöchigen Phase ohne Schmerz- und Entzündungsmedikamente erhielten die Teilnehmenden entweder EMTT oder eine Placebo-Behandlung. Während der Studiendauer waren antientzündliche Medikamente nicht erlaubt; zur Schmerzbehandlung durften nur Paracetamol oder Metamizol in begrenzter Dosierung eingenommen werden. Das Forschungsteam untersuchte so verschiedene chronische, degenerative Erkrankungen des Bewegungsapparates an Knie, Schulter und unterem Rücken.

Entscheidend waren zwei Fragen: Wie stark sind die Schmerzen und wie gut kommt man im Alltag zurecht. Auf der Schmerzskala (VAS von 0 = kein Schmerz bis 10 = stärkster vorstellbarer Schmerz) sanken die Schmerzen in der EMTT-Gruppe über 12 Wochen auf einen eher milden Bereich, während die Placebo-Gruppe weiterhin deutlich spürbare Schmerzen angab. Im Fragebogen zur körperlichen Funktion (SF 12 Physical Component Summary, PCS) schnitt die EMTT-Gruppe ebenfalls besser ab: Die Patienten konnten Alltagsaktivitäten wie Gehen oder Treppensteigen im Durchschnitt leichter bewältigen als jene, die nur die Scheinbehandlung bekamen.

Für welche Beschwerden kann EMTT geeignet sein?

Untersucht wurden degenerative Erkrankungen mit Abnutzung von Gelenken und Sehnenansätzen, insbesondere:

  • Kniearthrose mit belastungsabhängigen Beschwerden (N=31)
  • Schulterschmerzen durch Rotatorenmanschetten-Enthesiopathie (N=43)
  • Chronische Rückenschmerzen bei lumbaler Spondylarthrose (N=52)

In allen drei Indikationen wurden Verbesserungen zugunsten von EMTT beobachtet, wobei die Studie insgesamt für die gesamte Gruppe der Patienten mit degenerativen Erkrankungen des Bewegungsapparates einen Vorteil gegenüber der Placebo-Behandlung zeigte.

EMTT treatment of knee

Nebenwirkungen und Verträglichkeit

EMTT ist eine nicht-invasive Therapie: Die Haut bleibt unverletzt, es sind keine Spritzen oder Operationen erforderlich. In der Studie traten bei EMTT häufiger leichte Hautrötungen im Behandlungsbereich und milde Schmerzen während der Behandlung auf als in der Placebo-Gruppe. Diese Beschwerden waren vorübergehend und klangen meist rasch wieder ab. Insgesamt zeigte sich EMTT als gut verträgliche Behandlung, bei der die beobachteten Nebenwirkungen überwiegend mild waren und in der Regel schnell nachliessen.

EMTT als zusätzliche Option bei chronischen Beschwerden

Für viele Menschen mit Knie-, Schulter- oder Rückenschmerzen kommen je nach Situation verschiedene konservative Behandlungsmöglichkeiten infrage, zum Beispiel Bewegungstherapie, Physiotherapie oder Medikamente. In manchen Fällen werden zusätzlich weitere Verfahren geprüft. Die Extrakorporale Magnetotransduktions­-Therapie (EMTT) kann laut der Untersuchung von Hollander et al. Schmerzen lindern und die Beweglichkeit im Alltag verbessern. 

 

1 Hollander K., et al. (2025) Extracorporeal magnetotransduction therapy (EMTT) for management of musculoskeletal disorders: A double‑blind, placebo‑controlled, randomised trial. J Back Musculoskelet Rehabil. https://doi.org/10.1177/10538127251400083.

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