Extrakorporale Stosswellenlithotripsie bei Kindern: Nicht-invasive Steinbehandlung mit dem MODULITH
Die Zahl der Kinder mit Nieren- und Harnleitersteinen nimmt weltweit zu. Bis 2040 wird ein Anstieg um rund 20 % auf über 1,5 Millionen neue Fälle pro Jahr erwartet.¹
Dieser Trend unterstreicht die Bedeutung von schonenden und gleichzeitig wirksamen Behandlungsmöglichkeiten in der Pädiatrie.
Vor diesem Hintergrund gewinnt die Suche nach sicheren, wirksamen und kindgerechten Behandlungsmöglichkeiten zunehmend an Bedeutung.
Studienlage: Hohe Steinfreiheitsraten bei Kindern mit Nieren- und Harnleitersteinen
Aktuelle Studien²˒³˒⁴ zeigen, dass die Extrakorporale Stosswellenlithotripsie (ESWL) bei der Behandlung von Nieren- und Harnleitersteinen im Kindesalter eine sichere und wirksame Therapieoption darstellt. Gemäss den Leitlinien der European Association of Urology (EAU) und der American Urological Association (AUA) wird die ESWL bei pädiatrischen Patientinnen und Patienten mit Harnsteinen < 20 mm als empfohlene Therapieoption eingesetzt.
Die ESWL ist mit einer niedrigen berichteten Schmerzintensität und einer begrenzten postinterventionellen Symptomatik assoziiert. In den untersuchten Patientenkollektiven wird eine rasche Wiederaufnahme des schulischen Alltags der Kinder sowie der beruflichen Tätigkeit der Eltern beschrieben. Der Einsatz von Harnleiterschienen wird im Zusammenhang mit der ESWL seltener berichtet.
Für die ultraschallgesteuerte ESWL werden hohe Steinfreiheitsraten dokumentiert: Nach einer Behandlungssitzung betrug die Steinfreiheitsrate nach 12 Wochen 88,0 %, die Gesamterfolgsrate nach Abschluss aller Sitzungen 91,7 %.³ Die ESWL wird in den Studien als ambulant durchführbares Verfahren beschrieben.
Besondere Anforderungen bei der Behandlung von Kindern mit Harnsteinen
Urologische Untersuchungen und therapeutische Eingriffe bei Kindern erfordern eine besonders sorgfältige Vorgehensweise. Zum einen muss die Lagerung auf die deutlich geringere Grösse der Patienten abgestimmt sein, zum anderen sind Verfahren mit einer geringen oder keiner Invasivität (Vergleich zu den konventionellen Therapien: URS, PCNL) sowie einer genau dosierten Energiezufuhr (fein justierbar) zu bevorzugen. Die Belastung durch Röntgenstrahlen sollte dabei so weit wie möglich reduziert oder vermieden werden.
MODULITH Systeme: Präzise und schonende ESWL bei Kindern
STORZ MEDICAL erfüllt mit dem MODULITH® SLX-F2 und dem MODULITH® SLK »inline« all diese Anforderungen einer nicht-invasiven Steinbehandlung an Kindern. Dank dem speziellen Behandlungstisch mit geschlossener Patientenfolie ist eine sichere und komfortable Lagerung auch für Kleinkinder möglich. Mit der strahlungsfreien Ultraschallortung kann eine kontinuierliche Lokalisierungs- und Behandlungskontrolle während der ESWL erfolgen. Der Therapiekopf kann dabei wahlweise mit Wasser oder Ultraschallgel angekoppelt werden. Dank dem elektromagnetischen Prinzip der Stosswellenquelle von STORZ MEDICAL ist eine gleichmässige Energieabgabe gewährleistet. Zudem kann der Anwender die Parameter der ESWL im niedrigen Energiebereich (1,12 mJ/mm²) auf die kleinen Patienten genau anpassen. Durch die Besonderheit der Zylinderspule ist eine Inline-Ultraschallortung möglich, wodurch der Stosswellenpfad in einer Linie zur Ultraschallortung verläuft. Dadurch wird die Energie der Stosswelle kontrolliert in die Behandlungsregion abgegeben.
Reduzierte Strahlenbelastung in der pädiatrischen Steinbehandlung
Sollte doch Röntgenstrahlung notwendig sein, so bieten die beiden Systeme MODULITH® SLX-F2 »connect« und MODULITH® SLX-F2 »FD21« von STORZ MEDICAL speziell für die Pädiatrie ein abnehmbares Röntgenstrahlenraster sowie ein optimiertes pädiatrisches Behandlungsprogramm. Die Strahlungsbelastung des Kindes kann dadurch um bis zu 50 % minimiert werden kann. Zudem ist der MODULITH® SLX-F2 seit 2020 der erste Lithotripter in den USA, welcher für die Behandlung bei Kindern ab einem Alter von drei Jahren angewendet werden darf.
Hier erhalten Sie weitere Informationen zur Extrakorporalen Stosswellentherapie (ESWL).
¹ Hu, J., et al. (2025). Global, Regional, and National Epidemiology of Pediatric Urolithiasis (1990-2021) and 2040 Forecast. The Journal of Urology 214(4):p 435-445. https://doi.org/10.1097/JU.0000000000004645
2 Tasian, G. E., et al. (2025). Ureteroscopy vs Shockwave Lithotripsy to Remove Kidney Stones in Children and Adolescents: A Nonrandomized Clinical Trial. JAMA Network Open, 8(8), e2525789. https://doi.org/10.1001/jamanetworkopen.2025.25789
3 Grabsky, A., et al. (2021). Effectiveness of ultrasound-guided shockwave lithotripsy and predictors of its success rate in pediatric population: A report from a national reference center.
Journal of Pediatric Urology, 17(1), 78.e1–78.e7. https://doi.org/10.1016/j.jpurol.2020.10.014
4 Chatzikrachtis, N., et al. (2023). Complication rate after pediatric shock wave lithotripsy according to Clavien–Dindo grading system: results from a systematic review and metaanalysis of the existing literature. World Journal of Urology, 41(4), 829–835. https://doi.org/10.1007/s00345-022-04267-x