Neue Studie – DUOLITH SD1 »ultra« beschleunigt die Rückkehr zum Sport nach Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes
Die Genesung nach einer Operation des vorderen Kreuzbandes (VKB) stellt eine grosse Herausforderung dar. Eine kürzlich durchgeführte Studie¹ von Weninger et al. untersuchte erstmals den Einfluss der Extrakorporalen Stosswellentherapie (ESWT) auf die Zeit bis zur Sport-Rückkehr, die klinischen Ergebnisse und die MRT-Befunde nach einer VKB-Rekonstruktion mit Hamstring-Sehnen.
Methoden
Die prospektive kontrollierte Studie untersuchte 65 Patienten (27,7 ± 7,1 Jahre; 35 Männer/30 Frauen, allesamt Profi- oder Hobbysportler), die sich einer primären VKB-Rekonstruktion mit Hamstringsehnen unterzogen hatten. Die Patienten wurden randomisiert in zwei Gruppen eingeteilt (ESWT-Gruppe: 37 Patienten; Kontrollgruppe: 28 Patienten). Die ESWT-Gruppe erhielt zusätzlich zur Standardrehabilitation eine fokussierte Stosswellentherapie, während die Kontrollgruppe nur die Standardrehabilitation erhielt. Die ESWT wurde 4, 5 und 6 Wochen nach der Operation nach einem standardisierten Protokoll durchgeführt (1.500 Impulse/Woche, 0,25 mJ/mm2, 5 Hz, DUOLITH® SD1 »ultra«). Nachuntersuchungen, einschliesslich IKDC-Score, Lysholm-Score, VAS und Bewertung der Rückkehr zum Sport, wurden 3, 6, 9 und 12 Monate nach der Operation durchgeführt. 12 Monate nach der Operation wurde eine MRT-Untersuchung durchgeführt, bei der die Entwicklung des Transplantats (»signal intensity ratio« (SIR)) sowie die Eigenschaften des Femur- und Tibiatunnels (Knochenmarködem, Flüssigkeitserguss im Tunnel) untersucht wurden.
Ergebnisse
Der mittlere Zeitpunkt für die »Rückkehr zu Stop-and-go-Sportarten« betrug 27,9 Wochen (±3,0) in der ESWT-Gruppe und 42,6 Wochen (±5,2) in der Kontrollgruppe (p < 0,001). Die »Rückkehr zur Laufaktivität« betrug 10,5 Wochen (±1,5) in der ESWT-Gruppe und 18,5 Wochen (±3,3) in der Kontrollgruppe (p < 0,001). In der ESWT-Gruppe erreichten 31 Patienten innerhalb von 12 Monaten nach der Operation das »Aktivitätsniveau vor der Verletzung«, während in der Kontrollgruppe nur 6 Patienten dieses Niveau erreichten. Der IKDC-Score, der Lysholm-Score und der VAS zeigten in der ESWT-Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe zu allen Zeitpunkten eine signifikante Verbesserung (p < 0,001). Die mittlere SIR in der ESWT-Gruppe betrug 1,81 (±0,88) im Vergleich zu 2,68 (±1,04) in der Kontrollgruppe (p < 0,01).
Fazit
Die Studienresultate zeigen, dass die Anwendung der Stosswellentherapie nach einer VKB-Operation die Patientenergebnisse deutlich verbesserte. Es konnte gezeigt werden, dass die Zeit bis zur »Rückkehr zu Stop-and-go-Sportarten« sowie die Zeit bis zur »Rückkehr zur Laufaktivität« in der ESWT-Gruppe deutlich verkürzt wurde. Die Zahl der Patienten, die ihr »Aktivitätsniveau vor der Verletzung« wieder erreichten, war in der ESWT-Gruppe signifikant höher. Nach Ansicht der Autoren sind die Ergebnisse von hoher klinischer Relevanz, da die ESWT eine kosteneffektive Behandlungsoption ohne relevante Nebenwirkungen ist. Weitere Untersuchungen sind erforderlich, um die Ergebnisse zu bestätigen. Eine entsprechende Folgestudie mit einer Placebogruppe und einem Doppelblindprotokoll wird derzeit durchgeführt.
1 Weninger P., et al. (2023): Extracorporeal Shockwave Therapy Improves Outcome after Primary Anterior Cruciate Ligament Reconstruction with Hamstring Tendons. J. Clin. Med. 12, 3350.
https://doi.org/10.3390/jcm12103350
Hier finden Sie Informationen darüber, was Extrakorporale Stosswellentherapie (ESWT) ist, welche Beschwerden behandelt werden können sowie ein Anbieterverzeichnis.