Kombinationsbehandlung mit Stosswellen und Bewegungstherapie zur Regeneration der Herzfunktion

Kombinationsbehandlung mit Stosswellen und Bewegungstherapie zur Regeneration der Herzfunktion

Eine grosse Anzahl von Patienten leidet an koronarer Herzkrankheit (KHK). Ihre Überlebenszeit mit dieser Erkrankung ist verhältnismässig lang. Aktuell können Reperfusionstherapien wie Medikamente, Thrombolyse, perkutane Koronarintervention (PCI) und Koronararterien-Bypass (CABG) die Symptome verbessern und die Mortalität für KHK-Patienten reduzieren. Allerdings leidet eine Vielzahl von Patienten weiterhin unter verschiedenen residualen kardiovaskulären Beschwerden, unter anderem intermittierende Brustschmerzen, progrediente koronare Atherosklerose, unkontrollierter Blutdruck sowie unkontrollierte Glukose- und Lipidspiegel, Übergewicht, Herzinsuffizienz, Arrhythmien, mikrozirkulatorische und psychologische Störungen.

Die extrakorporale kardiale Stosswellentherapie (CSWT) gilt als sichere, wirksame und nicht-invasive Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bietet ein hohes Potenzial für die Behandlung von KHK. Im Rahmen einer neuen Studie von Wan et al. wurden die Auswirkungen sowie die zugrunde liegenden Mechanismen der CSWT in Kombination mit einer Bewegungsrehabilitation bei Patienten, die sich aufgrund koronarer Herzkrankheit einer PCI unterzogen hatten, untersucht1. Durch die Kombinationsbehandlung wurden Verbesserungen hinsichtlich der Myokardmarker sowie der damit verbundenen antiinflammatorischen und antiatherosklerotischen Indikatoren erzielt. Zudem wurde dadurch die Myokardischämie gelindert und gleichzeitig wurden Parameter wie die Sauerstoffaufnahme im kardiopulmonalen Belastungstest (CPET) verbessert.

Methodik

Hierbei handelt es sich um eine prospektive randomisierte kontrollierte Studie, die von 2020 bis 2022 am Yunnan Fuwai Cardiovascular Hospital durchgeführt wurde. In die Studie wurden 74 Patienten mit diagnostizierter KHK aufgenommen, die sich einer PCI unterzogen hatten und bei denen im Anschluss an die Operation residuale Myokardischämie-Symptome auftraten. Die Studienteilnehmer wurden randomisiert zwei Gruppen zugeordnet: einer Kontrollgruppe sowie einer Studieninterventionsgruppe mit je 37 Patienten.
Die Behandlung bestand dabei aus einer Kombination aus CSWT und Bewegungsrehabilitation. Die Patienten der Kontrollgruppe hielten sich strikt an die Anweisungen zur Anwendung von KHK-Medikamenten zur Sekundärprävention und nahmen in regelmässigen Abständen an Kontrolluntersuchungen teil. Die Patienten in der Studieninterventionsgruppe wurden zusätzlich zur Anwendung von KHK-Medikamenten zur Sekundärprävention für eine Dauer von drei Monaten an jedem ersten Montag, Mittwoch und Freitag eines Monats mit CSWT behandelt, wobei insgesamt neun CSWT-Sitzungen pro Patient durchgeführt wurden. Im Rahmen jeder Sitzung wurden zwei ischämische Zielbereiche mit insgesamt 3'600 Impulsen und einer Energie zwischen 0,03 mJ/mm² und 0,09 mJ/mm² behandelt.

Ergebnisse

Im Anschluss an die Behandlung wiesen die Patienten der Studieninterventionsgruppe im Vergleich zu den jeweiligen Werten vor der Behandlung verminderte Spiegel von Kreatinkinase (CK), Kreatinkinase-MB-Isoenzym (CK-MB) und Homocystein (HCY), einen geringeren Score in der Self-Rating Depression Scale (SDS), einen verminderten systolischen Blutdruck im Ruhezustand (sBD-Ruhe) sowie einen Anstieg der maximalen Sauerstoffaufnahme (VO2peak), des High-Density-Lipoprotein-Cholesterins (HDL-C) sowie der maximalen Herzfrequenz (HFmax) auf. Im Vergleich zur Kontrollgruppe zeigten die Ergebnisse der Studieninterventionsgruppe im Anschluss an die Behandlung einen geringeren Score im Pittsburgh Sleep Quality Index (PSQI) und einen höheren VO2peak-Wert, eine höhere Sauerstoffaufnahme an der anaeroben Schwelle (VO2-AT) und einen grösseren respiratorischen Quotienten (RQ). Kontrolluntersuchungen wurden 3 Monate und 6 Monate nach der Behandlung durchgeführt. Die aufgeführten Ergebnisse beziehen sich entweder auf die Kontrolluntersuchungen nach 3 Monaten oder nach 6 Monaten.

Schlussfolgerungen

Aufgrund ihrer erzielten Ergebnisse schlussfolgern die Autoren, dass die Kombination aus CSWT und Bewegungsrehabilitation Verbesserungen hinsichtlich der antiinflammatorischen und antiatherosklerotischen Indikatoren bei KHK-Patienten erzielen konnte. Zudem konnten die Angstsymptome verringert, die Schlafqualität verbessert, der Blutdruck kontrolliert und die kardiorespiratorische Sauerstoffaufnahme sowie die körperliche Leistungsfähigkeit gesteigert werden. Während der Beobachtungsphase der Studie traten keine schwerwiegenden unerwünschten kardiovaskulären Ereignisse auf. Die Ergebnisse bieten möglicherweise zusätzliche Erkenntnisse für die zukünftige antiischämische Behandlung und kardiologische Rehabilitation von KHK-Patienten in der klinischen Praxis.

 

1 Wan Q, Guo T, Li J, et al. A study of extracorporeal cardiac shock wave therapy combined with exercise rehabilitation in postoperative patients with PCI for CHD. Sci Rep. 2025;15(1):21670. Published 2025 Jul 1. doi:10.1038/s41598-025-05475-2

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